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18.05.2018 16:56 Alter: 31 Tag(e)
Kategorie: Vorträge

Herausforderung; Gottesvergessenheit. Wie können Kirche und Theologie das massenhafte Vergessen in Europa unterbrechen?

Vortrag an der Theologischen Fakultät Zürich am 15. Mai 2018


1. Vergessen Gottes als Problem des christlichen, monotheistischen Glaubens

Dass Gott von Menschen bei ihrem Tun und Lassen vergessen wird, ist für die Erfahrungen des biblischen Glaubens an Gott im Grunde nichts Außergewöhnliches. Die Klage über das Vergessen Gottes begleitet vielmehr das jüdisch-christliche Zeugnis von Gott schon immer. „Ihr habt mich vergessen“, wird diese Klage durch den Mund der alttestamentlichen Propheten regelrecht zur Klage Gottes selbst über seine Menschenwelt (vgl. Ps 50, 22; Jes 17, 10 Jer 3,21; 13, 25. u.ö.). Das scheint die Schattenseite der neuen Epoche von Gotteserfahrung zu sein, die Israel mit dem Monotheismus in der Religions- und Weltgeschichte eingeläutet hat. Die polytheistischen Götter und göttlichen Naturgewalten konnten nicht vergessen werden. Sie walteten in der religiös gesättigten Vorstellungswelt von Menschen der Antike überall und aufdringlich in ihrem Alltag, in Natur und Geschichte. Sie mussten ständig beachtet und wohl gestimmt werden, um sich durch das Leben mit seinen vielen Geschicken, Wechselfällen  und Gefahren zu finden.

Der Glaube an den einen, der Welt jenseitigen Gott, aber hat – wie es in der alttestamentlichen Wissenschaft und in der Religionswissenschaft heißt – die Welt „entgöttert“. Er verstand Gott so, dass er eine rein weltliche Welt ins Dasein gerufen hat. Sie darf ihm gegenüber in eigener Gesetzmäßigkeit der Natur und in eigener Freiheit von Menschen da sein. Die Welt und wir Menschen stecken demnach nicht in einer Zwangsjacke, in die Gott unser  Leben presst. Unsere Füße sind auf dieser Erde kraft göttlicher Ermächtigung vielmehr auf einen „weiten Raum“ gestellt, wie es in Psalm 31, 9 so unübertrefflich heißt. Gotteserfahrung ist deshalb darauf angewiesen, dass Gott sich in diesem Raum durch besondere geschichtliche Offenbarungen bekannt macht. Dabei ruft er Menschen auf, ihm zu antworten und ihr Leben in Übereinstimmung mit seinen Weisungen zu führen.

Geschichtliche Erfahrungen aber geraten immer in die Mühlen der Zeit. Sie werden Vergangenheit. Vergangenheit jedoch versinkt in menschlicher Geschichte zum größten Teil ins Vergessen. Davon sind leider auch Gottes geschichtliche Erweise unter vergesslichen Menschen betroffen. In Erinnerung zu rufen, wo und womit Gott sich erwiesen hat und erweisen wird, ist darum das Wesen der prophetischen Verkündigung, in deren Spuren sich die christliche Verkündigung bewegt. „Vergiss nicht, was er Dir Gutes getan hat“ (Psalm 103, 2), ist ihr cantus firmus, den das christliche Erinnern an Gott mit der Geschichte Jesu Christi konkretisiert und aktualisiert.

Im Grunde können wir die ganze Kirchengeschichte als immer neues Erinnern daran verstehen, wie Gott sich in Israel und in Jesus Christus seiner Menschenwelt zugewandt hat. Denn dass das Vergessen Gottes schon immer in der christlichen Kirche grassiert hat, duldet keinen Zweifel. Da konnte und kann selbst unter Gebrauch des Namens Gottes vergessen werden, was Gottes Kommen in unsere Menschenwelt für unser Leben eigentlich und in Wahrheit bedeutet. Neues Bekanntmachen mit Gott, wie er laut des biblischen Zeugnisses begegnet, war darum in der Geschichte der Christenheit immer angesagt.

Es ist also nicht etwas schlechthin Neues, wenn unsere europäischen Kirchen heute das Vergessen Gottes bei den Menschen, an die sie sich wenden, als eine große Herausforderung zu verstehen haben, der sie sich stellen müssen. Allerdings hat dieses Vergessen eine andere Qualität als die, mit der es zum Beispiel die Reformatoren des 16. Jahrhunderts zu tun hatten. Wenn Martin Luther in seiner Schrift „Von weltlicher Obrigkeit…“ (1523) beklagt hat, es gebe „unter tausend kaum einen rechten Christen“ (WA11, 251, 11f.), dann hat er die 999 anderen doch immer noch als Getaufte und damit als Glieder der Kirche verstanden. Das Vergessen Gottes war für ihn ein innerkirchliches Problem. Das ist es auch bis heute geblieben. Die lockeren Partizipanten an der sogenannten „Volkskirche“ wissen – wenn’s hoch kommt – nur noch annäherungsweise, worum es sich beim christlichen Glauben handelt. Sie haben es allezeit nötig, erinnert zu werden, wer Gott für sie ist. Das Vergessen Gottes, von dem wir heute reden wollen, aber findet außerhalb der Kirche statt.

 

2. Vergessen Gottes als gesellschaftliches Milieu und Kennzeichen der Säkularisierung

Ich beschreibe das Vergessen Gottes jetzt zunächst so, wie wir es massiv in den östlichen Bundesländern Deutschlands antreffen. Dort war die Bevölkerung 40 Jahre den lang den Repressionen einer atheistischen Weltanschauungsdiktatur ausgesetzt. Sie haben den Erfolg gehabt, den meisten Menschen dieses Landesteils dem christlichen Glauben und der Kirche nachhaltig zu entfremden. Waren bei der Gründung der DDR im Jahre 1949 über 90 Prozent der Bevölkerung Glieder der evangelischen Kirche, so sind 1989 davon nur noch knapp 20 Prozent und in einigen Gegenden noch viel weniger übrig geblieben. In Wittenberg, wohin zum Reformationsjubiläum im vorigen Jahr Hunderttausende strömten, sind es gerade einmal 10 Prozent.

Wer nun aber meint, die Kirche in dieser Gegend Europas habe es mit lauter glühenden Atheistinnen und Atheisten zu tun, täuscht sich. Atheismus ist in der europäischen Geschichte ja eine Freiheits- und Emanzipationsbewegung, welche Menschen aus den Fesseln von Ausbeutung und Unterdrückung befreien wollte. Der Religion wurde angelastet, das zu verhindern. Wir begehen in diesem Jahr den 200. Geburtstag von Karl Marx, der die Religion in seinen Schriften ausdauernd als „Opium des Volks“ bekämpft hat. Darum hat er Gott Zeit seines Lebens nicht vergessen  Auch die Atheisten von heute vergessen Gott nicht. Sie sind, wie etwa die sogenannten „Neuen Atheisten“ vom Schlage eines Richard Dawkins oder Michael Schmidt-Salomon ausdauernd damit beschäftigt, in Erinnerung zu rufen, wie verderblich der Glaube an Gott ist. Sie zielen darauf, dass er gänzlich verschwindet. Doch in Berlin-Pankow war der „Gotteswahn“ von Richard Dawkins, der Christinnen und Christen für verrückt erklärt, ein Ladenhüter, für den sich kaum jemand interessiert hat.  

Denn die Menschen, in deren Leben und Lebensumkreis der Glaube an Gott schon seit langem nicht mehr vorkommt, verschwenden daran, den Gottesglauben zu widerlegen, keinen Schweiß mehr. Er ist für sie unter die Schwelle der Konfliktfähigkeit gesunken. Sie leben in einem Milieu, in dem Gottesglaube und Kirche schon seit langem nicht mehr vorkommen. Das ist ein Milieu, in das sie hinein geboren werden wie früher in eine vom Christentum geprägte Gesellschaft.

Christlicher Glaube oder christliche Frömmigkeit spielen in den Familien keine Rolle mehr. Schon die Großeltern, unterdessen auch die Urgroßeltern, waren nicht in der Kirche. Die Nachbarn, Freunde und Arbeitskollegen sind es auch nicht. Kinder werden nicht in den Religionsunterricht gelassen. Begegnungen mit der Kirche werden gemieden. Kaum jemand hat je eine Bibel (selbst wenn sie bei „Aldi“ billig zu haben ist) in der Hand gehabt. Man kann sich darum – trotz der Präsenz der Kirche in den Medien – die Unwissenheit über den Gottesglauben und sein Welt- und Menschenverständnis selbst bei Gebildeten – ich rede auch von Erfahrungen in der Universität! – gar nicht groß genug vorstellen.

Ich habe das noch zu DDR-Zeiten im Anschluss an eine Formulierung des katholischen Theologen Karl Rahner mit der zugespitzten Formulierung ausgedrückt: Die Menschen beginnen auch schon zu vergessen, dass sie Gott vergessen haben. Es gehört zu ihrer Lebensart, von Gott und vom Glauben keine Ahnung zu haben, aber dennoch Alles, was ausdrücklich mit „Religion“ zu tun hat, von sich abzuweisen. Doch es wäre weit gefehlt, das nur als eine Lebensart zu verstehen, die sich einem atheistischen Weltanschauungsstaat verdankt.

Das gleiche Phänomen begegnet auch überall in den westlichen Staaten Europas. Dort verdankt es sich nicht atheistischer Repression, sondern der „Säkularisierung“, der Verweltlichung der Lebensorientierungen. Zwar bildet die Gottesvergessenheit hier nicht ein geschlossenes, „hartwandiges“ gesellschaftliches Milieu wie im Osten Deutschlands und in einigen ehemaligen Ostblockstaaten. Es zieht sich vielmehr mit unterschiedlichen regionalen Schwerpunkten mannigfach individualisiert und diffus als Sache der privaten Überzeugung von Einzelnen durch die pluralistische Gesellschaft.  Die Entfremdung von Gottesglaube und Kirche aber ist dieselbe.

In Berlin, wo die östliche und westliche religiöse Landschaft eng benachbart sind – Straße an Straße gewissermaßen – , kann man das gut beobachten. Von Westen her gehen da kaum irgendwelche Impulse aus, welche die Gottesvergessenheit im Osten irgendwie aufhalten und unterbrechen. Im Gegenteil: Die westlichen Verwandten feiern fröhlich die Jugendweihe mit. Auch wenn diese Weihefeier von der Ideologie des Marxismus-Leninismus entrümpelt wurde, stellt sie ein Ausrufezeichen für die sogenannte „Konfessionslosigkeit“ dar. Eltern, die ihre Kinder zur Jugendweihe schicken, geben zu erkennen, dass sie mit „Religion“, Kirche und Glaube nichts zu tun haben wollen und dass das auch so für die heranwachsende Jugend sein soll.

Womit hat es die Jugend, die so auf den Lebensweg geschickt wird, aber dann zu tun? Signifikant ist in dieser Hinsicht das Ergebnis einer Umfrage unter Jugendlichen auf dem Leipziger Hauptbahnhof. Auf die Frage, ob sie sich „eher christlich oder eher atheistisch“ verstehen würden, haben sie geantwortet: „Weder noch; normal halt“. Nur was ist „normal“?

 

3. Unterbricht die „Wiederkehr der Religion“ das Vergessen Gottes?

Wer etwas „normal“ findet, hat nicht das Gefühl, dass ihm irgendetwas fehlt. Rita Kuczynski hat 2013 Interviews mit nichtglaubenden Konfessionslosen in Ost und West geführt und kommt zu dem Ergebnis: Sie brauchen „für ihre persönliche Sinnfindung keinen Gott, brauchen nichts Übersinnliches, nichts Transzendentes. Sie leben im Hier und Jetzt und sehen am Himmel nur Vögel, Flugzeuge und Wolken“ (Was glaubst du eigentlich? Weltsicht ohne Religion, Berlin 2013,13). Martin Walsers Klage über den Verlust von etwas Unersetzlichem wie dem Gottesglauben ist ihnen fremd (vgl. Martin Walser, Über Rechtfertigung, eine Versuchung, Hamburg 2012). Fremd ist ihnen auch die Frage des „tollen Menschen“ aus Friedrich Nietzsches „fröhlicher Wissenschaft“, der verzweifelt fragte: „Was thaten wir, als wir diese Erde von ihrer Sonne losketteten? […] Giebt es noch ein Oben und Unten? Irren wir nicht wie durch ein unendliches Nichts? Haucht uns nicht der leere Raum an“? (Friedrich Nietzsche, Die fröhliche Wissenschaft, in Friedrich Nietzsche, Sämtliche Werke, Kritische Studienausgabe, Band 3, München 1980, 481). Menschen, die Gott vergessen haben, ähneln eher den Gaffern auf dem Marktplatz, die über den „tollen Menschen“, der am Tage eine Laterne anzündet, um Gott suchen, ihre faulen Witze machen. „Unbekümmerte Alltagspragmatiker“ hat sie eine Umfrage der „identity foundation“ aus dem Jahre 2006 genannt.

Doch wir müssen auch aufpassen, dass wir uns in der Kirche keine Zerrbilder von Menschen machen, denen der Glaube an Gott weggesunken ist. Hans Joas hat mit Recht betont, dass säkularistisch lebende Menschen durchaus nicht ethisch verwahrlosen, wie das eine bestimmte christliche Apologetik gerne unterstellt. Nach Joas erklärt sich die ethische Stabilität des Säkularismus daraus, dass in ihm immer noch Nachklänge des christlichen Liebes-Ethos wirksam sind und die „soziale Reziprozität“ Menschen zu einem Ethos der Lebensdienlichkeit veranlasst und auch zur Verinnerlichung von Werten der Gemeinschaftspflege führt (vgl. Hans Joas, Glaube als Option. Zukunftsmöglichkeiten des Christentums, Freiburg/Basel/Wien 2012, 59). Das alles „madig“ zu machen, um die Notwendigkeit Gottes als Problemlöser und „Lückenbüßer“ für die Menschen zu empfehlen, denen natürlich auch Leid und menschliche Fehlsamkeit zusetzen, ist nach Dietrich Bonhoeffer „unvornehm“ und irgendwie schmuddelig, letztlich Gottes nicht würdig (Widerstand und Ergebung, DBW 8, 478).

Was aber ist dann angesichts dessen zu tun, dass die Gottesvergessenheit ausweislich der kontinuierlichen Kirchenaustritte den Kirchen schwer zusetzt? Sie stellt die Existenz von Flächenkirchen in Frage, die darauf mit Umstrukturierungen, Fusionen der kleiner werdenden Gemeinden, ja ganzer Landeskirchen und dem Verkauf von Kirchen und Gemeindehäusern reagieren. Das eigentliche Problem aber ist, ob sie überhaupt in der Lage sind, mit ihrer Botschaft und dem Zeugnis ihres Lebens den Sog des Vergessens Gottes in den europäischen Gesellschaften zu unterbrechen oder gar aufzuhalten.

Wo diese Frage in Kirche und Theologie reflektiert wird, zeichnen sich zwei Antworten ab. Die eine lautet  (grob gesagt): Bei der Gottesvergessenheit wird es nicht bleiben. Es gibt Anzeichen dafür, dass bei Menschen, denen der Glaube an Gott fremd und gleichgültig geworden ist, eine neue Offenheit für die christliche Botschaft entstehen kann. Die andere Antwort läuft darauf hinaus, dass der christliche Glaube, wie er in den Bekenntnissen der Kirchen pointiert wird, sich selbst wandeln muss, um bei glaubensfernen Menschen unserer Zeit Aufmerksamkeit und Interesse zu finden.

Was die erste Antwort betrifft, so bezieht sie sich auf die sogenannte „Wiederkehr der Religion“ und sogar der „Götter“ in der säkularen Gesellschaft. „Die gesellschaftliche Situation ist günstig“, wird in einem Impulspapier der Evangelischen Kirche in Deutschland von 2006 freudig gesagt. „Es wird neu (!) nach Gott gefragt. Religiöse Themen ziehen hohe (!) Aufmerksamkeit auf sich.[...] Eine in den zurückliegenden Jahrzehnten verbreitete Gleichgültigkeit gegenüber den im christlichen Glauben gegebenen Grundlagen des persönlichen wie des gemeinsamen Lebens weicht (!) einem neuen Interesse für tragfähige Grundeinstellungen und verlässliche Orientierungen“ (Kirche der Freiheit. Perspektiven für die Evangelische Kirche im 21. Jahrhundert. Ein Impulspapier der EKD, Hannover 2006, 14).

Dieser Optimismus kann sich sicherlich auf im westlichen Europa (kaum im Osten Deutschlands) beobachtete Regungen von Religiosität beziehen. Sie beschäftigen auch die Religionssoziologie. Nach Ulrich Beck zum Beispiel legen die wissenschaftlichen Modernisierungsprozesse geradezu den Grund für die „Revitalisierung der Religiosität und Spiritualität im 21. Jahrhundert“ (Ulrich Beck, Der eigene Gott. Friedensfähigkeit und Gewaltpotential der Religionen, Frankfurt/a.M und Leipzig 2008, 42). Sie lassen die durch jene Prozesse verunsicherten Menschen nach beständigen Werten und „Spiritualität“ fragen.

Doch nehmen wir an, es würde die „Religion“ oder „Religiosität“ auf diese Weise von alleine erwachen, dann ist das mit einem Aufleben des Glaubens an Gott, wie ihn die christliche Kirche versteht, keinesfalls deckungsgleich. Nach Beck handelt es sich dabei um eine individualisierte „Bastelreligiosität“, die sich Versatzstücke aus den vielen Religionen und allerlei Esoterik zusammen sucht und sich als solche vom Gottesglauben der Kirche eher entfernt, statt sich ihm anzunähern. Menschen, die solcher Religiosität zuneigen, treten vielmehr häufig aus der Kirche aus, weil sie in ihr ihre Zuwendung zu „religiösen Fragen“ gerade nicht bedient finden.

Wir können die „Wiederkehr der Religion“, wenn sie denn stattfindet, darum bestenfalls als Anzeichen dessen verstehen, dass Menschen sich nicht auf Dauer der Ausrichtung ihres Daseins auf ein Jenseits ihrer selbst entziehen können. Sie bleiben unausweichlich Wesen der Transzendenz, Wesen bezogen auf ein Geheimnis, das jenseits dieser Welt waltet. Im Sinne des christlichen Menschenverständnisses würgt auch das Vergessen Gottes nicht die strukturelle Offenheit von Gottes Geschöpfen für Gott ab. Die diffuse Art und Weise, wie sich das bei „Wiederkehr der Religion“ zeigt, kann das annoncieren.

Ihr zur Seite steht jedoch schon viel länger und ausdauernd die Hingabe von Menschen, denen Gott nichts bedeutet, an allerlei Ersatz- und Pseudoreligiosität; das heißt, die Hingabe an mittlere oder ganz schwache Transzendenzen, denen vertraut wird wie einem Gott. An Belegen dafür, dass wir Menschen – mit Calvin geredet – in diesem  Sinne eine richtige „Götzenfabrik“ sind, fehlt es heute wie ehedem wahrlich nicht. Selbst Karl Marx hat dem „Fetisch“ des Geldes den Status eines solchen Götzen zuerkannt. Dazu kommen heute die ekstatische Fußballbegeisterung, die irrationale Hingabe an Trends und Personen der Unterhaltungsindustrie und schließlich die Hoffnung auf Vollendung des Lebens im Schrebergarten.

Zu unterscheiden, worauf sich die christliche Botschaft bei den Regungen von „Religion“ und „Religiosität“ unter Menschen, die Gott vergessen haben, positiv beziehen kann, ist also zwingend geboten. Das aber führt zu der anderen Frage, ob die christliche Botschaft, wie sie in den Bekenntnissen der Kirche konzentriert worden ist, sich überhaupt eignet, für solche Menschen Bedeutung zu erlangen. Daran gibt es in Kirche und Theologie selbst erhebliche Zweifel.

 

4. Zur Versubjektivierung der christlichen Botschaft

Wir können hier nur exemplarisch ein Schlaglicht auf einen Trend der Kommunikation des Glaubens werfen, der ihr die Chance geben soll, Menschen, die Gott vergessen haben oder bei denen sich „Religiöses“ regt, zu erreichen und zu berühren. Der auffälligste Trend, der da in Kirche und Theologie zu beobachten ist, ist sicherlich eine starke Subjektivierung dessen, was geglaubt wird. Das heißt, Kirchen, Gemeinden und einzelne Christinnen und Christen versuchen Menschen nicht mit der bloßen Mitteilung dessen, was laut des biblischen Gotteszeugnisses geglaubt wird, zu erreichen. Um zu zeigen, wie der Glaube an Gott auch in einer säkularen Gesellschaft das Leben von Menschen prägen kann, reden sie von sich selbst. Sie reden also davon, wie ihr Glaube mit den biblischen Glaubensaussagen und den Aussagen der christlichen Bekenntnisse zurechtkommt.   

            Das ist einerseits zu begrüßen, wenn wir die alltägliche Situation vor Augen haben, in der Christinnen und Christen ihren dem Glauben entfremdeten Mitmenschen begegnen. Nach aller Erfahrung kommt es nämlich zum Aufmerken auf den Gottesglauben und zum Erinnern an Gott inmitten der Gottesvergessenheit am ehesten durch die persönliche Begegnung von Menschen, die glauben, mit denen, die nicht glauben. Denn Menschen, die Gott vergessen haben, gehen in aller Regel nicht zur Gemeinde und nehmen dort die Angebote des Gottesdienstes, der Gesprächskreise, Glaubenskurse usw. wahr. Die Glaubenden müssen zu ihnen kommen. In der alltäglichen Lebenswelt, in Beruf, Freizeit, Nachbarschaft, in Freundschafts- und in Liebesbeziehungen finden am ehesten Unterbrechungen der Gottesvergessenheit statt.

Sie finden aber leider viel zu wenig statt, weil das sogenannte „Priestertum aller Glaubenden“, das heißt die Verantwortlichkeit aller Glieder der Gemeinde für das Reden von Gott in ihrer Lebenswelt viel zu schwach entwickelt wird. Die sozialistischen Repressionen hätten zum Beispiel niemals solchen Erfolg haben können, wenn die Glieder der Kirche fähig gewesen wären, ihren Glauben an Gott selbst zu verantworten und davon zu reden. Diese Fähigkeit besonders bei Heranwachsenden zu befördern, ist darum eine Hauptaufgabe der verfassten Kirchen, die sich laut ihres Auftrages mit dem massenhaften Vergessen Gottes in Ost und West nicht einfach abfinden können. Passive Nutznießerinnen und Nutznießer „religiöser Angebote“ der Kirche, von denen je nach Lust und Laune Gebrauch gemacht werden kann, werden die Gottesvergessenheit dagegen schwerlich unterbrechen können. Es braucht den Mut aller Glieder der christlichen Gemeinde, von ihrem Glauben zu reden.

Dieser Mut wird allerdings von der Theologie nicht erst seit heute aber auf problematische Weise zu befördern gesucht, wenn die Devise ausgegeben wird, es komme gar nicht auf das an, was geglaubt wird. Wesentlich sei die „Authentizität“, die subjektive Glaubwürdigkeit, mit welcher der Glaube vertreten wird. Es spiele nicht die entscheidende Rolle, ob auch wahr ist, was geglaubt wird. Das könne niemand sagen, der sich bewusst macht, dass alle Religionen und so auch das Christentum nur relative „Wahrnehmungsgestalten“ Gottes sind. Demnach kann das christliche Reden von Gott nicht mit dem Anspruch auftreten, die „Wahrheit“ über Gott zur Geltung zu bringen.

Nach der Meinung meines ehemaligen Kollegen in der Praktischen Theologie Klaus-Peter Jörns können die Kirchen und ihre Glieder deshalb nicht so von Gott reden, dass sie sich auf die Bibel als „einzige Offenbarungsquelle“ beziehen. Sie müssen – hat er in seinem Buch „Notwendige Abschiede. Auf dem Weg zu einem glaubwürdigen Christentum, Gütersloh 22004, S. 179, gefordert – von der Vorstellung, die Bibel sei Kanon, also Maßstab des Glaubens, „Abschied“ nehmen.

Wie Mut machen soll, von Gott auf einer Basis zu reden, von der zugleich gilt, sie könnte auch nicht wahr sein, bleibt bei diesem „Abschied“ vom biblischen Verständnis der Wahrheit allerdings dunkel. Denn „Wahrheit“ ist in der Bibel nicht irgendeine absolute, von Menschen ersonnene Doktrin. Wahrheit ist vielmehr das unverfügbare Ereignis des Kommens Gottes in unsere Menschenwelt, das Menschen in Freiheit so berührt, dass sie ihm vertrauen, d.h. glauben. Sie reden von dieser Wahrheit, auf die sie sich verlassen, deshalb nicht so, als sei sie ihr Besitz. Sie wissen aus eigener Erfahrung ja, wie oft sie sie selbst vergessen haben. Nicht sie selbst, sondern das biblische Gotteszeugnis begründet ihren Mut, von Gott zu reden.

Die Entgegensetzung von „Wahrheit“ und „Authentizität“ ist deshalb abenteuerlich. „Authentisch“ sind auch Menschen, die mit größter persönlicher Selbstgewissheit für den größtmöglichen Unfug oder gar für menschenfeindliche Parolen eintreten. Wir haben das ja beim Reformationsjubiläum gerade an der Person Luthers mit ihren Licht- und Schattenseiten durchdekliniert. Wo er „authentisch“ ohne Wahrheit war, wie in seinen Ausfällen gegen die Juden, Türken und „Schwärmer“, hat er seiner Entdeckung des Evangeliums einen Bärendienst erwiesen. „Authentizität“ ohne Wahrheit, nämlich Wahrheit im eigentlichen, biblischen Sinne, ist darum bodenlos. Wenn das christliche Reden von Gott nicht am langen Atem des Geistes Gottes, der in der Bibel weht, teilhat, wird es unter Menschen, die Gott vergessen haben, höchsten als eine religiöse Abseitigkeit oder Schrulle wahrgenommen werden.

Das ist leider auch von der Forderung nach einer „Entsubstantialisierung“ der Theologie zu sagen, die in der Gemeinde auf eine „Entsubstantialisierung“ des christlichen Glaubens hinaus läuft. Notger Slenczka hat das Bemühen um solche „Entsubstantialisierung“ zustimmend als einen Trend in der gegenwärtigen Theologie beschrieben (vgl. Flucht aus den dogmatischen Loci, Zeitzeichen 8/ 2013, 45-48). Als „Substanz“ des biblischen Glaubens gelten dabei Aussagen von Gott und seinem Handeln als Schöpfer, von seiner Menschwerdung in Jesus Christus, von der Versöhnung sündiger Menschen usw., sofern sie als „objektive Gegebenheiten“ verstanden werden.

Anstelle dessen soll in der Kirche die Selbstauslegung oder „Selbstthematisierung“ religiöser Subjekte treten, die mit ihrer Fähigkeit, alles transzendieren zu können, was in der Welt ist, ein Bewusstsein von Gott entwickeln oder sich ein „vorthematisches Wissen“ (was immer das ist) von ihm bewusst machen. Der Glaube an Gott verdankt sich demnach nicht der Begegnung mit Gott, wie er in der Bibel bezeugt und im Heiligen Geist aktualisiert wird, sondern menschlicher „Selbstthematisierung“.

Ich kann jetzt keine explizite und hinreichende Auseinandersetzung mit dieser Art der Versubjektivierung der christlichen Botschaft führen. Sie hat zwar einen Anhalt daran, dass Gott nur im Glauben wahrgenommen hat. Aber sie wird schon schief, wenn sie unterstellt, diese Wahrnehmung richte sich auf „objektive Gegebenheiten“ (wie auf Naturgesetze).  Der uns immer Geheimnis bleibende Gott wird gerade in seinem geschichtlichen Handeln vom Glauben immer als uns unverfügbarer Gott verstanden. Man darf vielmehr umgekehrt fragen, ob die „Selbstthematisierung“ des Subjekts, wenn sie denn tatsächlich ein Gottesbewusstsein entwickelt, nicht darauf hinausläuft, zu rezensieren, wer oder was Gott sein darf. Aber das ist jetzt nicht mein Punkt.

Mich wundert vielmehr, dass hier offenbar gar nicht bemerkt oder reflektiert wird, wie die Begründung der Gottesbeziehung in einer menschlichen Aktivität der Religionskritik Ludwig Feuerbachs schnurstracks in die Arme läuft. Sie war in der Gestalt, in welcher der Marx und der Marxismus sie aufgenommen haben, der entscheidende theoretische Rammbock, Menschen den Gottesglauben auszutreiben. Sie ist es auch noch heute, wenn man sich in der säkularen Anthropologie umschaut, welche die Meinung vertritt, die Religion schaffe Gott und nicht Gott die Religion. Für Feuerbach selbst war das Verfahren, der Konkretion, in der Gott laut des biblischen Zeugnisses begegnet, in die Unbestimmtheit auszuweichen, ein „verschlagener, subtiler Atheismus“. Der Mensch entschuldigt damit, sagt er, „vor seinem noch übrig gebliebenen religiösen Gewissen seine (man merke auf!) Gottvergessenheit“ (Das Wesen des Christentums“, Ges. Werke 5, hg. von W. Schuffenhauer, Berlin 21984, 50).

Nun soll das jener „Selbstthematisierung“ des Subjekts nicht unterstellt werden. Sie erfolgt ja im Wissen um den Gott der Bibel. Aber sie passt doch eher zur „Bastelreligiösität“ als zur Gottesvergessenheit, wie wir sie geschildert haben. Hier gilt als entschieden, dass die Dimension, in die hinein wir uns mit unserem Bewusstsein unendlich transzendieren können, nicht Gott ist, sondern letztlich das Nichts.

Es ist deshalb wenig verheißungsvoll, Menschen, die Gott gar nicht kennen, davon überzeugen zu wollen, dass dieses Nichts eigentlich Gott ist. Das ekelhafte atheistische Kinderbuch von Michael Schmidt-Salomon „Wo bitte geht’s zu Gott, fragte das kleine Ferkel“, das die monotheistischen Religionen als dumme, gewalttätige und menschenfeindliche Ideologien darstellt, endet mit dem Spruch: „Und die Moral von der Geschicht: Wer Gott nicht kennt, der braucht ihn nicht“. Man muss ihn kennen – nicht in der verzerrten Gestalt wie hier, sondern im echten biblischen Sinne als menschenfreundlichen Gott, um danach fragen zu können, was er für unser menschliches Wesen und Leben bedeutet. An den Gott der Bibel zu erinnern, mit ihm bekannt zu machen, bleibt darum nach meiner Erfahrung mit Menschen, die Gott vergessen haben, die vordringliche Aufgabe der Kirche und aller Christinnen und Christen.

 

5. Wegbereitung

Ob das beharrliche Bekanntmachen mit Gott, für das die christlichen Gemeinden und alle Christinnen und Christen Verantwortung tragen, tatsächlich zur Unterbrechung des Sogs der Gottesvergessenheit in Europa führen wird, kann heute niemand sagen. Der Trend der

sinkenden Mitgliederzahlen der Kirchen weist derzeit in eine andere Richtung. Wenn es überhaupt zu solcher nachhaltigen Unterbrechung kommt, wird es lange dauern. Im Blick auf das ostdeutsche Milieu kann wohl mein Satz gelten: Die Menschen sind der Kirche und dem Glauben zwar massenhaft verloren gegangen, aber sie werden nur alle einzeln wiedergewonnen. Vielleicht aber entsteht unter dem Eindruck, wie sich die Christenheit heute weltweit darstellt, auch eine neue Bereitschaft, auf das Erinnern an Gott zu hören.

Denn das Christentum „boomt“ überall auf der Welt, so dass die Gottesvergessenheit Europas gewissermaßen etwas Exotisches hat. Es „boomt“ freilich vorzüglich in charismatischen und fundamentalistischen Gestalten, die unseren europäischen Kirchen im Ganzen eher fremd sind. Nach Ansicht der Soziologie falsifizieren sie aber die sogenannte „Säkularisierungsthese“, nach welcher der wissenschaftlich-technische Fortschritt aller Religion den Garaus macht. Doch mit dieser Meinung muss vorsichtig umgegangen werden. Ein Christentum, das hinter die Aufklärung in ein Welt- und Menschenverständnis vergangener Zweiten zurückgeht, kann unter den dem Gottesglauben entfremdeten Menschen auch alle Vorurteile gegenüber dem christlichen Glauben bestärken, die bei ihnen im Schwange sind. Das gilt sogar auch für das Erinnern an Gott, das sich auf Geschichten aus längst vergangenen Zeiten bezieht, in denen auch viel Fremdes und sogar Anstößiges enthalten ist, welches den Kern der biblischen Botschaft von Gottes Menschenfreundlichkeit, die unserem Leben Halt, Grund und Sinn gibt, verdeckt.

Angesichts dessen, dass die christliche Botschaft auch von daher heute vielen Missverständnissen ausgesetzt ist, die Menschen – biblisch geredet – „verstocken“, hat Dietrich Bonhoeffer schon 1935/36 die Frage gestellt, ob es nicht besser für die Kirche wäre, in dieser Situation einfach von Gott zu schweigen. Der Misserfolg der sogenannten Volksmission, in der sein Freund Eberhard Bethge tätig war, hat ihn zu dem Ratschlag veranlasst, dass gegenüber solcherart „verstockten Menschen“ nur „stumme, helfende Liebe“ am Platze sei (DBW 14, 557). Er hat diesen Gedanken dann noch einmal in seinen Briefen aus dem Gefängnis aufgenommen. Die christliche Botschaft müsse im „Arkanum“, in der Verborgenheit vor der Welt, bewahrt werden, bis einmal der Tag komme, an dem so befreiend von ihr geredet werden könne, wie Jesus es getan hat. „Beten und Tun des Gerechten“ sei in der Zwischenzeit die Aufgabe der Christenheit.

Doch wiewohl „Beten und Tun des Gerechten“ in den Gemeinden heute wie ehedem dringend geboten sind, sollte das nicht in den Gegensatz zum Reden von Gott im gesellschaftlichen Raum gebracht werden. Für alle in der apostolischen Kirche gilt mit 2. Korinther 4, 13: „Ich glaube, darum rede ich“ und nicht: „Ich glaube, darum schweige ich“. Das Verstummen des Wortes „Gott“ unter Menschen, die ihn nicht mehr kennen, durch Schweigen von ihm noch zu befördern, verträgt sich weder mit dem Wesen des christlichen Glaubens noch mit dem Auftrag der Gemeinde. Darüber hinaus darf die Situation, in der Christinnen und Christen Menschen begegnen, die von Gott nichts mehr wissen oder wissen wollen, auch nicht so schwarz gemalt werden, dass sie in der Kirche nur Resignation über das „verstockte“ Gottesvergessen bewirkt.

Denn wo Gott vergessen ist, besteht auch die Chance, mit dem Erinnern und Bekanntmachen Gottes ohne den ganzen Ballast von atheistischen und religiösen Fehlverständnissen des Gottesglaubens noch einmal neu zu beginnen. Die Kirchen und ihre Glieder tragen deshalb heute eine nicht geringe Verantwortung dafür, dass sich bei Menschen, die im Vergessen Gottes leben, Eindrücke, Vorstellungen oder auch einfach nur Assoziationen von Gott einstellen, die den guten menschenfreundlichen Sinn des Glaubens an ihn bemerken. Die alten und neuen religionskritischen Einwände gegen den Illusionismus, die Gewalttätigkeit und Wissenschaftsfeindlichkeit des christlichen Glaubens müssen nicht die Atmosphäre bleiben, in dem sich die Gottesvergessenheit fraglos wohl fühlt, wenn Menschen den Gott kennen lernen, der aller dieser Kritik schon längst zuvor gekommen ist.

Natürlich klingt das etwas schwach gegenüber der direkten Einladung zum Glauben, worauf die missionarische christliche Gemeinde eigentlich zielt. Es ist – um noch einmal einen anderen Strang von Dietrich Bonhoeffers Überlegungen zur „Religionslosigkeit“ aufzunehmen – „Wegbereitung“, die darum weiß, dass es bei der Kommunikation des Glaubens an Gott um „Stufen der Erkenntnis und Stufen der Bedeutsamkeit“ (DBW 8, 415) geht. Da wird die christliche Botschaft nicht – wie Paul Tillich meinte – den Menschen „zugeschleudert“ wie ein Stein (Systematische Theologie, Band 1, Stuttgart 21956, 13), Das wird von Geschichte und Geschichten geredet, die Menschen auf einen Weg einladen, dessen Beweggrund und Horizont die Klarheit ist, in der Gott nicht aufhört, für ein wahrhaft menschliches Leben seiner Geschöpfe einzutreten.

Insofern ist Gottes Offenbarung in den vielen biblischen Konkretionen einer menschlichen Geschichte, mit der das christliche Reden von Gott unser Leben heute verschränkt, ein Segen für das Erinnern an Gott und kein peinlicher Umstand. Sie ermöglicht die Eindeutigkeit und die Kommunikationsfähigkeit unseres Redens von Gott. Sie schenkt, weil sie aus Gottes Ewigkeit stammt, der Kirche und allen Christinnen und Christen, Geduld und einen langen Atem, der sich durch das Vergessen Gottes heute nicht die Luft abschnüren lässt. Denn dieser lange Atem setzt dem Vergessen Gottes, von dem wir zu Beginn sagten, es sei das Problem des Glaubens an den Gott, der sich durch sein geschichtliches Offenbaren bekannt macht, die Gewissheit entgegen, dass Gott jedenfalls keinen Menschen vergisst.

 

 

           


 
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