< Glaubenskurs Reformation: Fünfmal "Allein" - Aufrufezeichen der Freiheit
10.02.2017 16:09 Alter: 282 Tag(e)
Kategorie: Artikel

Glaubst du, so hast du

"angesagt", Die Kirche Nr. 7 vom 12. Februar 2017


Dieser Luther-Satz ist nicht leicht zu verstehen. Denn Glauben – so sagt Luther selbst – ist kein „Haben“. Im Großen Katechismus heißt es: Glauben ist ein Vertrauen des Herzens zu Gott. Gott kann man darum nicht „haben“ wie einen Besitz, den man in den „Beutel oder Kasten“ steckt. „Gott haben“ bedeutet, dem zu vertrauen, den wir gerade nicht besitzen.  

Genau so ist der kleine Satz in Luthers berühmter Schrift „Von der Freiheit eines Christenmenschen“ auch zu verstehen. „Haben“ meint hier nicht: Etwas einsacken, sondern eine Erfahrung machen. Wenn mich jemand fragt: „Hast du gut geschlafen oder hattest Du einen guten Tag“? dann will er nicht wissen, was ich besitze. Er fragt vielmehr, welche Erfahrungen ich bei Nacht oder bei Tage gemacht habe.

„Glaubst du, so hast du“ will sagen: Glaubst du an Gott, wie er dir in Jesus Christus begegnet, dann machst du eine befreiende Erfahrung. Vor dir weitet sich ein Leben voller Möglichkeiten. Was du schon angerichtet hast, braucht dich nicht zu beschweren. Du bist frei, so zu leben, wie Gott dich gemeint hat, als er dir das Leben gab. Der, welcher dein Leben mit einem solchen Leben inspiriert und bewegt, macht dich frei.

„Freiheit haben“ bedeutet darum nicht, willkürlich in Gottes Schöpfung herum zu wüten. Dergleichen hat keine Zukunft. Das führt – wie wir heute aus Neue erfahren – in die Sackgasse eines Lebens voll von Abgrenzung, ja Hass auf andere. Freiheit verdient nur zu heißen, was dem Zusammenleben von uns Menschen in Achtung, Respekt und Hilfsbereitschaft Zukunft verschafft. Glaubst du, so hast du diese Freiheit.


 
Sie sind hier: Artikel