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18.08.2016 11:11 Alter: 308 Tag(e)
Kategorie: Artikel

Wache Augen und tatkräftige Hände. "angesagt" zu Matthäus 25, 40

"Die Kirche" Nr. 34/2016


Christus spricht: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.

Wer dieses Wort Jesu verstehen will, muss die Geschichte kennen, in der es steht (Matthäus 25, 31-46). Sie handelt vom Weltgericht. Jesus erzählt von einem König, der Menschen danach beurteilt, wie sie sich zum ihm verhalten haben. Die aber wissen gar nicht, dass sie es mit ihm zu tun hatten.

Der König – Jesus meint sich selber – klärt sie auf. Er ist ihnen in den Hungernden und Durstigen, den Fremden und Nackten, den Kranken und Gefangenen begegnet. Wer ihnen half, half ihm. Wer sie links liegen ließ, ließ ihn bei seinen „geringsten Brüdern“ allein.   

Auf wen sollen wir den aus dieser Geschichte isolierten Wochenspruch beziehen? Sicherlich zuerst auf die, die von Jesus nichts wissen, aber die doch „teilnehmen an der Weite des Herzens Christi“. Es gibt sie überall. Denn es gibt Jesus überall auf der Welt. Er bewegt Menschen über Grenzen von Religionen und Weltanschauungen hinweg, Hass und Todeswut das Wasser abzugraben.

Und wir, die wir wissen, für wen das Herz Jesu schlägt? Und die so vielen nicht helfen? Wir werden der Nachsicht des Richters, der die Niedrigen erhöht, bedürftig sein.

Aber Jesus entlastet uns auch. Allen Menschen zu helfen, mutet er uns nicht zu. Er redet von einem Menschen, dem wir geholfen haben. Das ist nicht so zu verstehen: Einmal und nie wieder! Wache Augen für die Geringsten und tatkräftige Hände bleiben nötig. Wir sollen nicht denken: Das ist viel zu wenig. Ich ändere damit nichts. „Doch du änderst etwas“ – sagt uns Jesus. „Du hast ganz viele Menschen an deiner Seite, die du nicht kennst, aber die ich kenne. Was dir so klein und unbedeutend vorkommt, ist die Zukunft von Gottes Welt“. 


 
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